Illegale Kombattanten auf Narrenschiffen einer “Friedens”-Flotille
3. Juni 2010Mein Versuch, den Sachverhalt ein wenig begrifflich zu fassen, mehr eine Selbstverständigung, möchte ich doch veröffentlichen. Villeicht schafft es etwas Klarheit.
Es kommt nicht oft vor, daß sich ausländische Zivilisten in Kriege einmischen, und wenn, dann müssen sie ihre illegale Aktion als “humanitäre Hilfsaktion” tarnen. Was aber auch nichts hilft, wenn z.B. von Piraterie, gegen die man sich angeblich wehrt, schwadroniert, wenn wie zu erwarten - auch von ihnen zu erwarten - die Aktion vereitelt wird. Wer kriegsführende Parteien - unter dem Deckmantel humanitärer Hilfe - unterstützt, müßte wissen, was er tut. Oder dachten die, daß sie anschließend im Roots Club essen werden und sich im Olympia-Swimmingpool von der Reise erholen können?
Es gehört zum Seekriegsrecht, daß eine kriegsführende Partei die Blockade vom Feind gehaltener Häfen und Küsten erklären kann. Bereits neutrale Schiffe allerdings, die diese Häfen oder Küsten zu erreichen versuchen, werden zu Blockadebrechern, die dem Prisenrecht unterliegen, der Aufbringung und Einziehung. Das Recht besagt auch, daß die Beteiligten vor Beginn der Blockade benachrichtigt werden müssen und die Blockade faktisch wirksam durchgeführt werden muß.(Was der Fall war)
Zum Prisenrecht gehört das Kontrollrecht, das den Kriegsparteien das Anhalten und die Kontrolle der Papiere aller Handelsschiffe, ggf. auch das Durchsuchen der Schiffe erlaubt. Auf neutralen Schiffen gilt das Banngutrecht. Banngutrecht sind Güter, die für den Feind bestimmt sind, das beschlagnahmt und eingezogen werden darf. Im Falle, daß mehr als die Hälfte Banngut ist, darf das ganze Schiff eingezogen werden. Da wohl niemand es für wahrscheinlich hält, daß angesichts der Publizität die Schiffe Raketen, die gegen Israel abgefeuert werden sollen, transportieren, hätte allerdings so ein Versuch auch stattfinden können. Manchmal ist Auffälligkeit besondern unauffällig. Da darf dann Lenin zitiert werden, “Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.”
Alles dies liegt bei der Blockade Gazas vor, von der aus die Hamas einen Krieg gegen Israel führt. Israel ist gezwungen den Krieg zu erwidern, sieht ihn aber als Krieg nicht gegen die Bevölkerung des Gaza, sondern gegen die Hamas. Rechtlich und faktisch handelt es sich bei den Narrenschiffen um Blockadebrecher. Eine Befreiung des Gazastreifens - und die verdiente den Namen nur, wenn es sich um die Befreiung von der Hamas sich handelte - hatten die Narren und deren islamistischen Freunde, die vor allem auf dem größten der Flottille sich aufhielten, wohl kaum.
Ein Hamasführer erklärte: „Wenn die Schiffe Gaza erreichen, ist das ein Sieg – und wenn sie von den Zionisten terrorisiert werden, ist das ebenfalls ein Sieg.” Und die Passagiere des größten Schiffes präferierten ja das Letztere, denn sie wußten ja, weil sie von Israel informiert wurden, daß ein Bruch der Blockade diesmal nicht zugelassen werden kann. Darum sangen sie vom Märtyrertod und toten Juden, um für ihr Unternehmen Stimmung zu machen. Videoaufnahmen sind im Netz zu finden, wo auch die arabischen Texte im Untertitel übersetzt sind.
Nun handelt es sich ja bei (rechtlich) neutralen Schiffen - sie segeln ja nicht unter feindlicher Flagge, denn dann würde ohnehin ein weitergehendes Seebeuterecht gelten - nicht um Kriegsschiffe mit uniformierten Soldaten. Das ist eine generelle Schwierigkeit bei assymetrischen Kriegen, die nicht zwischen Staaten geführt werden. Israel führt ja auch keinen Krieg gegen die durch die Hamas unterdrückte Bevölkerung von Gaza, sondern gegen deren Bedränger.
Friedlich verhalten die “Friedenstouristen” sich aber faktisch auch nicht, weil sie Hilfe für eine der Kriegsparteien leisten, indem sie die Blockade brechen, die sich gegen mögliche Waffenlieferungen richtet. Eine Beendigung der Blockade stellte die Existenz Israels in Frage.
So müßte, wie 1942 in einem Gerichtsurteil einaml juristisch geklärt wurde, von illegalem Kombattanten gesprochen werden, deren Status sich folgendermaßen beschreiben läßt. Vgl. http://caselaw.lp.findlaw.com/scripts/getcase.pl?navby=CASE&court=US&vol=317&page=1
“…the law of war draws a distinction between the armed forces and the peaceful populations of belligerent nations and also between those who are lawful and unlawful combatants. Lawful combatants are subject to capture and detention as prisoners of war by opposing military forces. Unlawful combatants are likewise subject to capture and detention, but in addition they are subject to trial and punishment by military tribunals for acts which render their belligerency unlawful. The spy who secretly and without uniform passes the military lines of a belligerent in time of war, seeking to gather military information and communicate it to the enemy, or an enemy combatant who without uniform comes secretly through the lines for the purpose of waging war by destruction of life or property, are familiar examples of belligerents who are generally deemed not to be entitled to the status of prisoners of war, but to be offenders against the law of war subject to trial and punishment by military tribunals. ” („…das Kriegrecht unterscheidet zwischen den Streitkräften und der friedlichen Bevölkerung von Konfliktparteien und genauso zwischen rechtmäßigen und unrechtmäßigen Kombattanten. Rechtmäßige Kombattanten unterliegen der Ergreifung und Internierung als Kriegsgefangene durch gegnerische Streitkräfte. Unrechtmäßige Kombattanten unterliegen genauso der Ergreifung und Internierung, jedoch unterliegen sie zusätzlich der Anklage und Bestrafung durch Militärtribunale für Taten, die ihre Kriegführung unrechtmäßig gemacht haben. Der Spion, der in Kriegszeiten geheim und ohne Uniform die Frontlinien einer Konfliktpartei passiert und versucht, militärisch bedeutsame Informationen zu gewinnen und sie dem Feind zu übermitteln, oder ein Kombattant des Feindes, der ohne Uniform und geheim die Frontlinien passiert, in der Absicht, Krieg durch die Zerstörung von Menschenleben oder Sachwerten zu führen, sind bekannte Beispiele von kriegführenden Personen, die nach allgemeiner Ansicht nicht dem Kriegsgefangenenstatus unterfallen, sondern als gegen das Kriegsrecht verstoßende Personen der Anklage und Bestrafung durch Militärtribunale unterliegen.“)
Israel hat großzügig auf weitergehende Maßnahmen verzichtet und hat die Narren, von denen möglicherweise sogar einige glauben, sie seien auf einer Hilfsaktion, bereits nach Hause geschickt bzw. wird es noch tun. Darunter sind bekanntlich auch die üblichen Verdächtigen, wenn es um Israelhaß und Antizionismus geht, die dann ja auch in der Tagesschau ihre Lügen verbreiten können, keine Gewalt gegen Sicherheitskräfte gesehen zu haben, die man schließlich per Video sogar selber angucken kann.
Es mögen ja unter den Passagieren, die das für eine kostengünstige Kreuzfahrt hielten, wie es scheint, ein paar Friedensbewegte gewesen sein, die auch vorher schon auf jede Inszenierung von Pallywood hineingefallen sind und ernsthaft geglaubt haben, daß es den Palästinenser aus einem anderen Grund als die Herrschaft der Hamas in diesem Gebiet schlecht geht. Sicher werden die armen Palistinenser nicht in Restaurants, wie dem Roots-Club, der im Internet wirbt, essen und auch nicht im As-Sadaka Club baden gehen. Denn diese sehen von den europäischen und andern Hilfsleistungen, die ihnen vorenthalten werden, wohl kaum etwas. Diese gehen für Raketen und den Luxus ihrer Führer drauf. Und im Gegensatz zu Israel haben diese kein Interesse daran, daß sich die Lage ändert. Sie leben davon.